Ich war am
Wochenende weg, 3 Tage lang, mit Freunden in einer Waldhütte, 24 Stunden lang.
Für manche bedeutet das Spaß pur, für mich aber nicht unbedingt.
24 Stunden
lang Menschen um mich rum, ich kann mich nirgends verkriechen, kein Zimmer abschließen,
alleine sein, nichts. Privatsphäre hat man hier nicht wirklich. Ich frage mich
wieso ich überhaupt zugestimmt habe. Das war eine Kurzschlussreaktion, ich war
an diesem Tag einfach zu glücklich… überwältigt von meinen positiven Gefühlen
die sagenhafte 4 Stunden gehalten haben, hab ich kurzfristig zugestimmt. Segen
oder Fluch? Heute Morgen war ich noch voll demotiviert, wollte schon absagen
weil die letzten Tage und Wochen einfach wirklich NICHTS geklappt hat, jetzt
sitz ich hier und hoff dass mir niemand über die Schultern schaut während ich
schreibe.
Alle sind
draußen Tischkickern, ich meide es, ich hasse Menschen. Traurig aber wahr. Was
das Wochenende noch so bringen wird kann ich nicht sagen, es gibt zwei Möglichkeiten,
positiv zu denken und das Beste daraus zu machen und mit guten Freunden Spaß zu
haben ODER pessimistisch zu sein, mich zu verkriechen und eine auf Oberzicke zu
machen die von nichts und niemandem was wissen will. Ich versuche so gut es
geht positiv zu denken, aber trotzdem habe ich mich vorhin feige in ,,unserem
Zimmer‘‘ verkrochen und hab ein paar Mal mit sehr bösen Gedanken gespielt die
ich zum Glück überwunden habe als ich die Klingen in meinem Koffer sah, ich
durfte nicht, nicht hier. Es war Schweine kalt, deswegen musste ich wohl oder
übel wieder den Raum verlassen, dadurch dass ich nichtmehr alleine war als ich
in den nächsten raum ging, verflogen meine schlechten Gedanken wieder, sie sind
nicht gut für mich und in diesem Moment war ich dankbar dass ich nicht alleine
war, auch wenn ich mich immer nach Einsamkeit und ruhe sehne.
Ich bin gespannt wie sich das Wochenende noch
entwickelt. Was passiert wenn ich wieder meine ,,Depri-Phase‘‘ bekomm? Dann ist
wirklich alles vorbei. Ich habe meine Klingen dabei, sie werden mich im Notfall
verrückt machen, weil ich weiß dass ich sie unbedingt auf meinem Arm spüren
möchte, gleichzeitig wird es schwer die Schnitte wieder zu verbergen. Das Risiko
ist zu groß. Sie sind Rettung und Killer zugleich. Sie liegen in meinem Koffer,
Innentasche, erstes Fach. Was mich auch schon seit wenigen Wochen davon abhält
mir die haut aufzuschlitzen ist das ich bald einen Allergie Test habe bei dem
mein linker Unterarm entblößt wird. Mehr Schnitte und narben darf ich mir also
nicht leisten, erst wieder nach dem Test, was nicht heißen soll dass ich mir
danach gleich wieder die Klinge an dem Arm leg, wenn ich mich unbedingt ritzen
will dann kann ich das auch, mein Körper hat noch mehr Stellen die man
aufschneiden kann.
Kurzer
Themawechsel!
Es sind fast
alle betrunken, eigentlich bin ich ja hier die einzige die kein Alkohol trinkt,
wenn mich jemand fragt wieso dann sage ich immer dass es aufgrund meiner Allergie
Tabletten nicht geht, aber mein Verzicht hat nichts mit meinen Tabletten zu
tun. Ich habe Angst davor Alkohol zu
trinken, habe Angst anzufangen und nicht mehr aufhören zu können. Bekannt ist
ja das Betrunkene das aussprechen was Nüchterne denken. Wer weiß was ich alles
im betrunkenen zustand erzählen würde. Von meinen Narben, Selbstmordgedanken,
der Schläge zu Hause und Minderwertigkeitskomplexen. Ich würde ja am nächsten
Tag nichts mehr davon wissen aber die anderen vielleicht schon. Ich probiere es
erst gar nicht aus, das Risiko etwas zu verraten ist zu groß.
